Safer-Shopping: einen sicheren Onlineshop erkennen

Eine 15-Punkte-Checkliste für den sicheren Kauf im Internet.

Immer mehr Waren und Dienstleistungen werden im Internet gehandelt. Parallel zu diesem Handelsvolumen steigt auch die Anzahl von Onlineshops und damit leider auch die Zahl der sogennannten „Fake-Shops“. Bei einem Fake-Shop handelt es sich um einen auf den ersten Blick seriös wirkenden Onlineshop, der den Kunden aber in Wirklichkeit um sein Geld betrügen möchte. Die folgende Checkliste soll Ihnen in Zukunft die Möglichkeit bieten, einen seriösen Onlinehändler von einem Betrüger zu unterscheiden.

1. Ist der Anbieter der Seite klar erkennbar?

In Deutschland gibt es gesetzliche Vorschriften, die beim betreiben eines Shops beachtet werden müssen. Ganz wichtig ist nach §5 des Telemediengesetztes die Bereitstellung des Impressums, zu der ein Händler verpflichtet ist. Sollten die Daten den gesetzlichen Anforderungen nicht entsprechen, laufen die Händler Gefahr, kostenpflichtig abgemahnt zu werden. Inhalt des Impressums sollten sein: Namen und Anschrift des Anbieters, Informationen zur Kontaktaufnahme (beispielsweise Telefonnummer oder E-Mail). Weiterhin entsprechende Registernummern (z.B. Handelsregisternummer) und sofern Umsatz- bzw. Wirtschaftsidentifikationsnummer. Ebenfalls sollten diese leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar sein.

2. Wo ist der Sitz des Händlers?

Ist der Sitz eines Händlers im Ausland bedeutet es nicht zwingend das „Vorsicht geboten“ ist. Allerdings sollten Sie vor dem Kauf auf verschiedene Punkte achten. Sitzt der Händler in der EU, so gelten für die Kunden auch die Verbraucherrechte der EU, wie beispielsweise das Widerrufsrecht. Allerdings gibt es auch hier kleinere Abweichungen, z.B. bei der Länge des Widerrufssrechts. Grundsätzlich jedoch gilt das Recht des Staates, in dem der Verkäufer seinen Sitz hat. Ein ausländischer Händler mit einem für den deutschen Markt ausgerichteten Webshop, muss sich also an die deutschen Verbraucherschutzregeln halten, sonst handelt er rechtswidrig.

3. Wie ist das Preisniveau der Waren?

Werden die Waren zu einem ungewöhnlich niedrigen Preis angeboten (ca. 40-70% unter dem marktüblichen Preis), sollten Sie zwei Mal hinsehen. Niedrige Preise können auf unterschiedliche Weise zustande kommen: B-Ware, defekte oder teildefekte Produkte, gebrauchte Ware, Plagiate, Fälschungen oder indem es sich um einen Fake-Shop handelt und die Ware nach der Bezahlung niemals versendet wird.

4. Werden die Preisangaben transparent dargestellt?

Die Preisauszeichnung muss in jedem Fall transparent dargestellt werden und darf keine Unklarheiten aufkommen lassen. Unmittelbar um die Preisangaben herum, muss demnach über Mehrwertsteuer und Zusatzkosten wie ggf. anfallende Versandkosten oder Zölle und deren Höhe informiert werden. Auch fehlende Grundpreisangaben (z.B. Preis je Mengeneinheit) müssen angegeben werden. Weitere preisbezogene Informationen müssen ebenfalls auf der Seite (z.B. über Sternchen-Verweise) zu finden und gut lesbar sein.

5. Werden Sie als Kunde in irgendeiner Form benachteiligt?

Achten Sie auf das Kleingedruckte der AGBs. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen können vom Händler gestaltet werden jedoch ausschließlich in einem „zulässigen Rahmen“. Zu viele nachteilige Klauseln sprechen gegen die Seriosität eines Onlineshops. Unangemessene oder nicht verhältnismäßig Änderungen, sowie gegen das Gesetz verstoßende Regelungen sind nichtig.

6. Sind Ihre Daten geschützt?

Ein wichtiger Indikator ist der Umgang mit Ihren Daten. Werden Sie darauf hingewiesen, wie Ihre Daten verwendet werden und dass die Verwendung mit den Datenschutzbestimmungen übereinstimmt? Ebenfalls sollten ihre Daten über SSL verschlüsselt übertragen werden. Dies erkennen Sie unter anderem am „https“ sowie an meist mit einem grünen Schloss dargestellten Zertifikaten in der Browserleiste.

7. Gibt es Gütesiegel und Zertifikate? Und sind diese verlinkt?

Sicherheit beim Online-Kauf bietet die Verwendung von Gütesiegeln und Zertifikaten wie beispielsweise „Trusted Shops“, „TÜV Süd Safer Shopping“ oder „EHI geprüfter Onlineshop“. Nur wenn die Gütesiegel klickbar und mit den dazu passenden Informationen/Zertifikaten hinterlegt sind, stehen Sie auch auf der sicheren Seite.

8. Welche Zahlungsmethoden bietet der Händler an?

Im Checkout-Prozess also der Kassenzone des Onlineshops können Sie ebenfalls an einigen Punkten die Seriosität eines Anbieters überprüfen. Bietet ein Händler lediglich Vorkasse oder Western-Union als Zahlungsmöglichkeit an, sollten Sie stutzig werden. Ein Zahlungsmethoden-Mix aus Rechnungskauf, PayPal, Lastschrift, Sofortüberweisung, Vorkasse und Nachnahme ist dagegen eine sichere Lösung. Beim Lastschriftverfahren und der PayPal-Bezahlung lassen sich Zahlungen auch wieder zurückholen. Am sichersten ist jedoch der „Kauf auf Rechnung“ so können Sie sicher sein das Sie auch nur für das bezahlen was sie erhalten.

9. Werden die Lieferbedingungen und fristen klar kommuniziert?

Auch wenig transparente Lieferbedingungen können ein Indikator für „Fake-Onlineshops“ sein. Kosten und Dauer müssen für den Kunden klar während des Bestellvorgangs erkennbar sein.

10. Wie ist die Erreichbarkeit der Shops? Wie schnell reagiert der Händler?

Die Erreichbarkeit des Händlers kann ebenfalls entscheidend zur Seriosität beitragen. Er ist nicht nur gesetzlich verpflichtet im Impressum die Kontaktdaten anzugeben, sondern darüber hinaus muss innerhalb eines bestimmten Zeitraums der Händler über einen Kommunikationsweg erreichbar sein! Andernfalls muss der Anbieter gewährleisten und eindeutig darauf hinweisen, wann er auf Anfragen (per Mail oder Formular) reagiert.

11. Kundenbewertungen: Echt oder Fake? Wie lassen sich echte Kundenbewertungen von gekauften Kundenbewertungen unterscheiden?

Ist ein Online-Shop ausschließlich mit 100% positivem Feedback bewertet, kann dies ein Anzeichen für einen unseriösen Anbieter sein, der sich positive Bewertungen einkauft hat, oder diese einfach selbst verfasst. Auch bei besonders vielen, sehr ausführlich und in gleichem Sprachstil geschriebenen Bewertungen sollten Sie aufmerken. Finden sich jedoch unterschiedliche Sprachstile, authentische und ehrliche Bewertungen und Beschreibungen, sind Sie bei dem Anbieter eher auf der sicheren Seite. Weiterhin sollten Sie sich ggf. die Bewertungen des Anbieters auf den großen Marktplätzen wie z.B. Amazon oder eBay ansehen.

12. Wie sind die Erfahrungen anderer Kunden mit dem Shop? Wie ist die Reputation?

Positives Feedback ist kein Garant für Seriosität. Schauen Sie im Internet nach Erfahrungen anderer Kunden mit dem Shop und halten Sie Ausschau nach Beschwerden in Verbraucherschutzforen.

13. Wie lange besteht der Online-Shop bereits?

Ist der Online-Shop noch neu, hat aber bereits hunderte positive Bewertungen, sollten Sie auch stutzig werden. Auf www.denic.de können Sie deutsche Seiten auf ihr Alter hin überprüfen und ihre Wahl ggf. überdenken.

14. Ist der Online-Shop in den sozialen Medien vertreten?

Ist ein Online-Shop auch auf bspw. Facebook vertreten, ist dies ein gutes Zeichen. Doch auch hier sollte eine impressumsähnliche Angabe dem Kunden die Möglichkeit bieten, mit dem Händler Kontakt aufzunehmen. Ebenfalls zeigen Aktivitäten auf der Seite an, dass in einen authentischen Medienauftritt investiert wird.

15. Wie ist das allgemeine Erscheinungsbild des Shops?

Nicht zu vernachlässigen ist der Gesamtauftritt der Seite. Ist die Seite unübersichtlich gestaltet? Müssen Sie sich als Kunde erst durch die Tiefen der Seite suchen, um alle relevanten Informationen zu finden? Finden sich sogar viele Rechtschreibfehler oder ist der Inhalt fehlerhaft? All dies können Anzeichen für einen unseriösen Shop-Betreiber sein. Sie sind sich nicht sicher, ob Sie gerade vor einem Fake-Shop sitzen? „Watchlist Internet“ bietet eine Übersicht über betrügerische Seiten und Fallen im E-Commerce.

Fazit:

Achten Sie in jedem Fall auf den Gesamteindruck eines Onlineshops indem Sie mehrere der oben genannten Punkte aus der Checkliste kombinieren. Mit jedem dieser Punkte an den Sie gedanklich einen Haken machen können, sinkt das Risiko auf einen „Fake-Shop“ hereinzufallen.